Estland

Hauptstadt: Tallinn

 

Kohtla-Järve

Kohtla-Järve ist eine Industriestadt, die sich im Nordosten Estlands, unweit der Ostsee, am Finnischen Meerbusen und im Landkreis Ida-Viru befindet.
Die Stadt erstreckt sich über keine direkt zusammenhängende Fläche, sondern neben der Kernstadt gibt es zum Teil weit auseinanderliegende Ortsteile.
Die Einwohnerzahl von Kohtla-Järve betrug im Jahr 2004 nur noch etwa 46.000 Einwohner, nachdem viele Menschen aufgrund des Zusammenbrechens vieler Industriebetriebe wegzogen.
Kohtla-Järve besitzt ein Ölschiefermuseum und eine Zweigstelle des Staatlichen Estnischen Kunstmuseums und ist noch immer ein Zentrum des Abbaus und der Verarbeitung von Ölschiefer, obwohl die Intensität dieses umweltbelastenden Industriezweiges stark abgenommen hat.
Weiterhin gibt es in der Stadt Fabriken zur Herstellung von Torfbriketts, Baustoffen und Möbeln, außerdem Leicht- und Nahrungsmittelindustrie.
Seit 1989 ist Kohtla-Järve die jüngste Partnerstadt von Norderstedt (Schleswig-Holstein), es findet hier ein reger Austausch von Schülern, Chören und Vereinen statt. Die Partnerschaft umfasst auch die Städte Johvi, Kivioli, Püssi und Kohtla-Nomme, die eingemeindet waren, seit einiger Zeit aber selbständig sind. Seit 1990 unterstützt Norderstedt Kohtla-Järve zudem mit humanitärer Hilfe.
Im zweiten Weltkrieg war Kohtla-Järve Standort des Lagers Nr. 289. Wie in allen Lagern im Gebiet Kohtla-Järve/Jöhvi mussten die Kriegsgefangenen schwere Arbeit in den Ölschiefer-Bergwerken verrichten. Viele Menschen starben an Krankheiten und Entkräftung.
Kohtla-Järve besitzt einen Kriegsgefangenenfriedhof, dort ruhen etwa 750 Tote. Ein Gedenkplatz mit Hochkreuz und Gedenkaussage, aufgestellt von deutschen und estnischen Veteranen, erinnert an die Toten dieses Krieges.
Der Volksbund hat 1999/2000 unter Mithilfe eines Jugendlagers den Friedhof gesäubert, eingefasst und den Fußweg befestigt.
Das Andenken der Kriegsgefangenen wird somit auch heute weiter in Ehren gehalten.
 
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